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25.09.2026

Positiver Blick auf langes Leben

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie stellen die Chancen einer steigenden Lebenserwartung in den Mittelpunkt. Zusätzliche Lebensjahre sollten demnach nicht nur als Belastung für Renten- und Pflegesysteme, sondern auch als gewonnene Zeit betrachtet werden.

Zum Auftakt ihres gemeinsamen Jahreskongresses haben die Fachgesellschaften eine neue Perspektive auf Alter und Altern formuliert. Im Mittelpunkt standen nicht allein Krankheit, Pflegebedürftigkeit und die Kosten des demografischen Wandels, sondern auch die Fähigkeiten und Möglichkeiten älterer Menschen. Ältere Menschen engagieren sich vielfach ehrenamtlich, übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, lernen weiter und bringen berufliche sowie persönliche Erfahrungen ein. Damit diese Potenziale genutzt werden können, seien geeignete Rahmenbedingungen erforderlich. Dazu gehören Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, altersfreundliche digitale Angebote sowie ein gleichberechtigter Zugang zu Behörden und öffentlichen Dienstleistungen.

Auch die medizinische Versorgung müsse neben der Behandlung von Krankheiten stärker auf den Erhalt von Fähigkeiten und Selbstständigkeit ausgerichtet werden. Ziel sei nicht nur eine höhere Lebenserwartung, sondern auch eine längere Gesundheitsspanne. Eine längere Lebenszeit dürfe nicht automatisch mit einer längeren Phase von Krankheit und Unterstützungsbedürftigkeit gleichgesetzt werden.

Gleichzeitig bleiben die finanziellen Herausforderungen des demografischen Wandels bestehen. Eine längere Rentenbezugsdauer bei einer geringeren Zahl jüngerer Menschen belastet die sozialen Sicherungssysteme. Diese Fragen müssten offen diskutiert werden, ohne ältere Menschen vorrangig als Kostenfaktor zu betrachten.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher rückt damit die langfristige Vorsorge stärker in den Blick. Neben der Altersvorsorge können auch Pflege- und Gesundheitsrisiken im höheren Lebensalter erhebliche finanzielle Folgen haben. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dabei nicht in jedem Fall sämtliche Kosten einer Pflegebedürftigkeit ab. Ob eine private Pflegezusatzversicherung oder andere Vorsorgeformen sinnvoll sind, hängt von Einkommen, Vermögen, familiärer Unterstützung und den persönlichen Vorstellungen für das Alter ab.