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Viele Betriebe sehen trotz möglicher Vorteile keine Einsatzfelder für Künstliche Intelligenz
Zwei Drittel der Betriebe in Deutschland nutzten im zweiten Halbjahr 2025 keine Künstliche Intelligenz. Von diesen Unternehmen sahen 88 Prozent keine geeigneten Anwendungsmöglichkeiten, obwohl sich in Betrieben mit hohem KI-Potenzial deutlich häufiger entsprechende Anwendungen finden.
Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung verzichteten 2025 rund zwei Drittel der Betriebe auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Als wichtigsten Grund nannten 88 Prozent der nicht nutzenden Betriebe fehlende passende Anwendungsmöglichkeiten.
Dabei unterscheiden sich die tatsächlichen Nutzungsquoten je nach Potenzial deutlich. In Betrieben, deren Tätigkeiten sich besonders stark durch KI beschleunigen ließen, setzten 41 Prozent entsprechende Anwendungen ein. Bei Betrieben mit geringem Potenzial waren es 13 Prozent. Nach Einschätzung des IAB wird ein Teil der technischen Möglichkeiten bislang noch nicht in konkrete betriebliche Anwendungen übersetzt.
Rund ein Drittel der Betriebe ohne KI-Nutzung verwies auf fehlendes Wissen, fehlende Fachkräfte, inkompatible IT-Systeme oder eine unzureichende Datenbasis. Im verarbeitenden Gewerbe treten diese technischen und organisatorischen Hürden häufiger auf als im Dienstleistungssektor.
Auch rechtliche Unsicherheiten und Datenschutzbedenken spielen eine wichtige Rolle. Etwa ein Drittel der Betriebe ohne KI-Nutzung nennt diese Aspekte als Hindernisse. Besonders häufig betrifft dies das Finanz- und Gesundheitswesen, in denen sensible Daten verarbeitet und umfangreiche gesetzliche Vorgaben eingehalten werden müssen.
Für Versicherungsunternehmen und ihre Kundinnen und Kunden kann der Einsatz von KI unter anderem die Bearbeitung von Anträgen, Schadenmeldungen und Kundenanfragen verändern. Gleichzeitig müssen Datenschutz, Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen und die Prüfung möglicher Benachteiligungen gewährleistet sein. Für Betriebe empfiehlt die Studie, KI zunächst anhand konkreter Aufgaben zu erproben und die Anwendungen angesichts der raschen technischen Entwicklung regelmäßig neu zu bewerten.