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Angehörigenpflege belastet Arbeitsmarkt
Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der Angehörige pflegt, könnte bis 2045 von 8,7 auf 13,3 Prozent steigen.
Rund drei Viertel der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause von Angehörigen betreut. Nach einer Analyse der Bertelsmann Stiftung und der Prognos AG übernehmen derzeit 4,6 Millionen Menschen im Erwerbsalter diese Aufgabe.
Die Zahl der pflegenden Erwerbsfähigen dürfte bis 2045 deutlich steigen. Während 2023 rund 8,7 Prozent der Bevölkerung im Erwerbsalter Angehörige pflegten, könnten es dann 13,3 Prozent sein. Gleichzeitig würde das mit der Angehörigenpflege verbundene Erwerbsvolumen von rechnerisch 184.000 Vollzeitstellen im Jahr 2026 auf 229.000 steigen.
Frauen sind besonders betroffen. Sie stellen derzeit 63 Prozent der pflegenden Angehörigen und investieren durchschnittlich sechs Stunden pro Woche mehr in die Pflege als Männer. Sie reduzieren zudem häufiger und früher ihre Arbeitszeit. Bis 2045 könnten deshalb rund 580.000 Frauen wegen ihrer Pflegeverantwortung weniger oder gar nicht erwerbstätig sein. Das entspräche etwa drei Vierteln des gesamten Verlusts an Erwerbsvolumen.
Eine wichtige Rolle spielt der Umfang der Pflege. Fast der gesamte berechnete Rückgang entfällt auf Menschen, die mehr als zehn Stunden pro Woche pflegen. Kürzere Arbeitszeiten oder Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit können zu Einkommenseinbußen und geringeren Ansprüchen in der gesetzlichen Rentenversicherung führen.
Die Analyse fordert bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Dazu zählen flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice, Unterstützung beim Wiedereinstieg sowie ein leichterer Zugang zu Tages- und Kurzzeitpflege. Auch geplante staatliche Unterstützungen sollten die partnerschaftliche Aufteilung der Pflege fördern.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Pflege von Angehörigen nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Wir beraten Sie gerne zu allen Bereichen dieser Thematik: Von der Pflegeversicherung über private Pflegezusatzversicherungen bis zur Berufsunfähigkeitsversicherung und einem frühzeitigen Einstieg in die private Altersvorsorge. Die persönliche Absicherung muss dabei immer an den tatsächlichen Pflege- und Einkommensrisiken ausgerichtet werden.